“Politik ist kein Ponyhof”

Katrin Albsteiger ist Nachwuchspolitikerin des Jahres 2012 und die erste weibliche Landesvorsitzende der Jungen Union Bayern. Jetzt kandidiert sie auf der Landesliste der CSU für den Bundestag. Wir haben Katrin Albsteiger fünf Fragen zu Jugend und Politik gestellt.

katrin_albsteigerJungen Erwachsenen wird oft Politikverdrossenheit und Desinteresse vorgeworfen. Können Sie das bestätigen?

Albsteiger: Nein, denn ich denke schon, dass junge Leute an Politik im Allgemeinen interessiert sind. Manche Themen sind jedoch zu abstrakt und müssen verständlicher und jugendgerechter aufbereitet werden.

Welche Rolle spielen das Internet und Social Media bei der Aufbereitung politischer Themen?

Albsteiger: Die sozialen Netzwerke und die Präsenz  von politischen Jugendorganisationen können manchmal hilfreich sein, jungen Leuten Politik näherzubringen.

Mit „Absolute Mehrheit“ hat Entertainer Stefan Raab auf Pro7 seinen eigene Politik-Show. Beim Fernseh-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück wird er als Co-Moderator auftreten. Schafft Raab es, die jüngere Generation an die Politik heranzuführen?

Albsteiger: Ich halte das für eine sehr gute Idee. Raab ist unkonventionell, er fragt nach, lässt nicht locker. Da er ursprünglich aus dem Entertainment-Bereich kommt, bringt er neue Ideen und frischen Wind mit. Raab zeigt, dass Polit-Talk auch Unterhaltung sein kann. Somit kann er vielleicht noch mehr Jung- und Erstwähler erreichen und für das Duell begeistern.

Oft wird kritisiert, dass die meisten Parteien  in ihren Wahlprogrammen nicht auf die Jugend eingehen. Das Wort „Jugendpolitik“ fällt so gut wie gar nicht. Warum ist das so?

Albsteiger: Jugendpolitik beginnt bei der Zukunftsvorsorge. Rein nach dem Begriff zu suchen, wird dem Thema nicht gerecht. Die Fragen sind: Wie geht es mit der Verschuldung weiter, gibt es Ausbildungsplätze, kann man seinen Hobbies nachgehen und  seine Lebensvision verwirklichen?  In der CSU sind die Interessen der Jugend gut aufgehoben, weil wir eben diese Themen an erster Stelle stehen haben. Ein gutes Beispiel ist die Entschuldung des Freistaats bis 2030. 

Sie sind auf Facebook und Twitter vertreten und haben einen eigenen Blog. Für Ihren Gastbeitrag „Generationen-Debatte: Es geht uns gut!“ auf Spiegel Online haben Sie mehrfach Kritik erhalten. Wie gehen Sie mit kritischen Beiträgen um?

Albsteiger: Inhaltliche Kritik halte ich für sehr wichtig, davon lebt eine demokratische Gesellschaft.  Nur unsachlich und ungerecht sollte die Kritik nicht sein, zudem kommt es auch immer auf den Ton an. Gerade im Netz vergreift sich der ein oder andere gerne mal.  Ich versuche so gut es geht, auch im Netz erreichbar zu sein und mit den Menschen in Dialog zu treten. Dazu gehört, auf Kritik einzugehen, wenn es um Sachthemen geht. Denn klar ist auch: Politik ist kein Ponyhof. Das sollte man wissen, wenn man sich in politische Debatten begibt. Nicht alle können einer Meinung sein. Neben der Kritik habe ich auf den Beitrag auch viel Zuspruch bekommen. Die überwältigend vielen Reaktionen auf den Artikel zeigen, dass wir hier den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Dieses Thema bewegt die jungen Leute.

Über Katrin Albsteiger

Seit November 2011 Landesvorsitzende der Jungen Union Bayerns

Ihr Leben


  • * 20. November 1983 in Elchingen als Katrin Poleschner, verheiratet
  • seit Ende 2011 arbeitet sie für die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm
  • Studium der Politik mit Nebenfach Volkswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und der australischen University of Adelaide

Und sonst…


  • seit November 2011 Landesvorsitzende der Jungen Union Bayerns
  • seit 2011 Mitglied im CSU Bezirksvorstand
  • 2009 bis 2011 stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Union Bayerns
  • seit 2005 verschiedene Ämter, u. a. Kreisvorsitz, Gemeinderat, Kreistag
  • seit 2005 in der CSU
  • seit 2003 in der Jungen Union Neu-Ulm

Jessica Olbrich

Ich heiße Jessica Vanessa Olbrich und bin 23. Ich wollte schon immer Journalistin werden. Von der Medienkrise verunsichert, entschied ich dann, mich etwas „breiter aufzustellen“. Nun studiere ich im 6. Semester Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation – mit Schwerpunkt Crossmedialer Journalismus. In meiner Freizeit bin ich als „rasende Reporterin“ für die Donau-Zeitung, einer Heimatausgabe der Augsburger Allgemeinen, in „Wort und Bild“ tätig. Daneben reise und lese ich gern.